Das Spiel DotA
Stellen Sie sich folgende Situation vor: ein Fan von „Star Wars“ nimmt ein Paar Helden aus dem Originalstreifen, entwickelt neue Charaktere dazu und dreht mit ihnen einen ganz neuen Streifen, “Die sieben Sternenkrieger.”. Der neue Film hat ein paar Figuren aus dem Originalstreifen, die Handlung aber ist eine ganz andere. Von seinen Fans bekommt der Hobbyregisseur immer wieder Tipps, in welche Richtung die Änderungen an dem Original gehen sollen. Teilweise helfen sie ihm sogar bei den Computeranimationen. Gegen das Projekt hat nicht ein mal der Schöpfer von “Star Wars” George Lucas etwas einzuwenden. Im Gegenteil: er findet das Fan-Projekt toll und gibt sogar seinen Segen. Was danach passiert dürfte den Schöpfer des Original-Streifens nicht mehr begeistern: ein anderes Filmstudio heuert den Hobbyregisseur an und beauftragt ihn damit, den Streifen ein weiteres Mal zu drehen. Das Studio will den neuen Film ins Kino bringen und sichert sich sogar die Namensrechte an “Die sieben Sternenkrieger.” Wie würde George Lucas wohl die Idee der Konkurrenz finden, mit seinem Universum Geld zu machen?
Etwas Ähnliches ist mit dem Computerspiel „DotA” passiert. Das Spiel „DotA“ ist eine Modifikation des Echtzeitstrategiespiel “Warcraft III” aus dem Hause Blizzard. In dem Originalspiel “Warcraft III” dirigiert der Spieler seine Einheiten einsam gegen den Computer oder via Internet gegen einen anderen menschlichen Spieler. Für die Modifikation änderte ein Fan namens “Eul” das Spielprinzip: Die Spieler steuern nun nur eine einzige Figur. Sie treten nicht mehr alleine, sondern mit anderen menschlichen Spielern im Team gegeneinander an. Das Ziel dabei ist, die Basis des Gegners zu zerstören, “Ancient” genannt. Natürlich muss auch die eigene Basis geschützt werden. Daher trägt das Spiel den Namen “DotA”: “Defense of the Ancients.” Die Modifikation begeistert Millionen Fans auf der ganzen Welt.
Nach dem Modder “Eul” hat ein weiterer Fan mit dem Netznamen “Icefrog” das Weiterentwickeln von “DotA” übernommen. Seinen wahren Namen kennt niemand. Mit den Fans von „DotA“ kommuniziert er nur via Internet und Blog. Im Laufe von Jahren hat er neue Figuren entwickelt, Fehler entdeckt und das Spiel ausbalanciert. Nun hat ihn die Spielefirma Valve angeheuert. Er soll „DotA“ weiterentwickeln und besser machen. Valve hat nun sogar die Schutzrechte für den Namen der neuen Modifikation angemeldet.
Die Firma Blizzard, die das Originalspiel „Warcraft III“ entwickelte hat, kritisierte das Vorgehen ihres Konkurenten Valve, der die Modifikation des Spiels nun als kommerzielles Produkt verkaufen will.